{"id":153,"date":"2026-06-04T17:32:31","date_gmt":"2026-06-04T15:32:31","guid":{"rendered":"https:\/\/gewerkschaftslinke.ch\/wordpress\/?p=153"},"modified":"2026-06-16T21:30:01","modified_gmt":"2026-06-16T19:30:01","slug":"wieder-ein-test","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gewerkschaftslinke.ch\/wordpress\/2026\/06\/04\/wieder-ein-test\/","title":{"rendered":"Wieder ein Test"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap is-style-text-subtitle has-base-background-color has-background has-x-large-font-size is-style-text-subtitle--1 wp-block-paragraph\"><mark>J\u00e4hrlich kann man am 1. Mai in Bern die k\u00fcrzeste Demonstration des Landes besuchen. Nur die wenigsten tun das, zumal dem Tag kaum eine echte Bedeutung zukommt. Es m\u00fcsste nicht so sein. Doch die Gewerkschaften sehn es nicht als ihre Aufgabe, f\u00fcr den Tag wirklich zu mobilisieren.<\/mark><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Etwa 700 Meter. Von der<strong>&nbsp;Berner Kramgasse vorbei an der Zytglogge \u00fcber den Waisenhausplatz vors Bundeshaus. Vielleicht sind es auch 800 Meter. Jedenfalls sind sie schnell gelaufen, auch eine Menschenmenge braucht daf\u00fcr nicht l\u00e4nger als 30 Minuten. Und das ist sie dann, die<\/strong>&nbsp;j\u00e4hrliche Route der offiziellen 1.-Mai-Demonstration. Ein Weg, der wirklich kaum einem zu lang sein d\u00fcrfte. Und doch einer, den zumindest am Arbeiterkampftag nur die Wenigsten gehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bern war nie das Zentrum der 1-Mai-Feierlichkeiten in der Schweiz. Die Ehre kommt Z\u00fcrich zu. Zumal der 1. Mai in Bern kein Feiertag ist. Dennoch sollte die erschreckend geringe Teilnahme am Demonstrationszug den Gewerkschaften zu denken geben. Auch in diesem Jahr nehmen nur wenige Hundert Personen am Umzug teil. Und von denen geh\u00f6rt abermals nur ein kleiner Teil zur Arbeiterschaft, die die Gewerkschaften dort eigentlich gern sehen w\u00fcrde. Studenten, Pensionierte und Hauptamtliche der Verb\u00e4nde machen das Gros der Teilnehmer aus. Und: Es sind seit Jahren stets dieselben. Kann ja auch sch\u00f6n sein: Beziehungspflege und Freunde treffen am Arbeitertag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-x-large-font-size wp-block-paragraph\" style=\"margin-top:var(--wp--preset--spacing--20);margin-bottom:var(--wp--preset--spacing--20)\"><strong>Kaum Parolen, wenig Stimmung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur wirklich k\u00e4mpferisch, das ist der Berner 1. Mai eben nicht. Der Versuch, Parolen zu initiieren, scheitert regelm\u00e4ssig. Das geh\u00f6rt zugegebenermassen auch nicht unbedingt zum traditionellen Repertoire der Gewerkschaftsmitglieder \u2013 Pfeifen, Tr\u00f6ten, Fahnen schon eher. Auch selbstgemachte Transparente oder Schilder sind eher die Ausnahme. Beides zeigt, dass die Eigenaktivit\u00e4t der Teilnehmer eher gering ist. Unangefochten liegt der Lead bei den Hauptamtlichen der Gewerkschaften. Ihre Slogans, ihre pr\u00e4parierten Botschaften. Ausgenommen davon: die junge FAU, die seit einigen Jahren mitgeht und deren Aktive eher noch auf sich Aufmerksam machen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading is-style-text-display is-style-text-display--2\">&#171;Das ist ein Zitat&#187;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun ist es an sich nicht schlimm, wenn die Demonstration von den Verb\u00e4nden getragen wird. Die Arbeiterschaft hat eine lange Tradition darin, ihre Aktivit\u00e4t durch Organisationen zum Ausdruck zu bringen. Doch mindestens in Bern wird man den Verdacht nicht los, dass die Gewerkschaften selbst nicht so recht wissen, was sie mit dem 1. Mai anfangen sollen. Oder, schlimmer: Dass der 1. Mai f\u00fcr sie nur ein Tag ist, um Medienpr\u00e4senz herzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wenn die Gewerkschaften nicht mobilisieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daf\u00fcr spricht: Die Gewerkschaften geben sich keine Mobilisierungsquote f\u00fcr den 1. Mai. Wer unsere Verb\u00e4nde auch nur ein wenig kennt, der weiss, dass sich die Wichtigkeit einer Sache meist in ebendiesen Quoten ausdr\u00fcckt. Beispiel Unia-Baudemonstration am 17. Mai des vergangenen Jahres: jede Region der Unia musste eine zentral vorgegebene Menge an Maurern zur Demonstration bringen&nbsp;<em>(wie gut das geklappt hat sei einmal dahingestellt)<\/em>. Beispiel Frauenstreik 2019: Jede Region der Unia musste Aktivit\u00e4ten planen und \u00fcber deren Umsetzung an die Zentrale Bericht erstatten. F\u00fcr den 1. Mai fehlen solche Vorgaben vollends \u2013 und nicht nur in der Unia.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/gewerkschaftslinke.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/SGB-Mitglieder-2-breit-scaled-e1780587324253-1024x683.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-77\" srcset=\"https:\/\/gewerkschaftslinke.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/SGB-Mitglieder-2-breit-scaled-e1780587324253-1024x683.png 1024w, https:\/\/gewerkschaftslinke.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/SGB-Mitglieder-2-breit-scaled-e1780587324253-300x200.png 300w, https:\/\/gewerkschaftslinke.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/SGB-Mitglieder-2-breit-scaled-e1780587324253-768x512.png 768w, https:\/\/gewerkschaftslinke.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/SGB-Mitglieder-2-breit-scaled-e1780587324253-1536x1024.png 1536w, https:\/\/gewerkschaftslinke.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/SGB-Mitglieder-2-breit-scaled-e1780587324253-2048x1366.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eine Testbeschreibung<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">sdfsdffasdfrasdf<\/p>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort, wo die Tradition des 1. Mai seit jeher schwach ist, f\u00fchrt dieser Mangel an Engagement dazu, den Tag zu einem Ritus verkommen zu lassen. Zumal die Gewerkschaften wissen, dass ihnen eine Berichterstattung (wenn auch in bescheidenem Umfang) ohnehin gewiss ist. Da ist es dann eher noch entscheidend, welche Politikerin wieder ins Mikrofon quatschen darf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Arbeiter merken es ja auch. Wie wenig Energie in der Sache steckt, bleibt weder denen, die kommen, noch denen, die nicht da sind, verborgen. Und die Kollegen wissen recht gut, dass in Wirklichkeit um nichts geht. Ist der Berner 1. Mai klein, dann ist nichts verloren. Ist er gross, wird nichts gewonnen. Kampfformen aber, die keinerlei Aussicht auf Erfolg haben, wirken nun wirklich nicht anziehend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Neue Bedeutung f\u00fcr den 1. Mai<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das w\u00e4re die Frage: Wof\u00fcr soll der 1. Mai gut sein? Welches h\u00f6her liegende Ziel erfordert diesen Tag, um erreicht zu werden? Dass die Frage so seltsam wirkt, sogar auf uns, die wir sie hier aufschreiben, zeigt, wie weit wir (nicht nur in Bern \u2026) von einem echten k\u00e4mpferischen 1. Mai entfernt sind. Aber nur zur Erinnerung: Der 1. Mai ist entstanden als Teil der jahrelangen Bewegung f\u00fcr die Durchsetzung des 8-Stunden-Tags. Die kl\u00e4glichen Tagesparolen, die den 1. Mai zum Lautsprecher f\u00fcr oder wider eine beliebige Initiative machen, sind daf\u00fcr kein Ersatz. Ein echtes Ziel und ein Kampfplan, in dem der 1. Mai eine wirkliche Rolle spielt \u2026 das k\u00f6nnte sogar in Bern die Dinge wieder beleben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00e4hrlich kann man am 1. Mai in Bern die k\u00fcrzeste Demonstration des Landes besuchen. Nur die wenigsten tun das, zumal dem Tag kaum eine echte Bedeutung zukommt. Es m\u00fcsste nicht so sein. 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